Samstag, 2. Januar 2010

Sisophon, sandgestrahlt und weiter gehts...

Zunaechst allen Lesern von Herzen ein gutes Neues Jahr!!!!

Aber jetzt, ohne weiter Umschweife, direkt zum Kambodscha-Erfahrungsbericht No. 2. Nach unserem wirklich gelungenen Aufenthalt in Battambang ging es am 25. Dezember per Bus weiter nach Sisophon - gemaess unserem Reisefuehrer ein ungeschliffener Rohdiamant im Kambodschanischesn Dasein. Dabei moechte ich die Redaktion anmerken, dass es hier eher das "ungscheliffene" als das "Rohdiamante" zutrifft... ein kleines Staedtchen auf dem Weg nach Siem Reap, ca. 60 Kilometer nordwestlich von Battambang. Die Fahrt nach Sisophon war alleine schon ein Erlebnis. Es ist nicht die Tatsache, dass ein Bus sich per Definition nicht an einen Fahrplan haelt. Es ist auch nicht die Tatsache, dass die Kambodschaner nicht genug Reiseproviant mitschleppen koennen, denn man koennte auf der Reise ja verhungern... es ist auch nicht die Tatsache, dass es meistens viel mehr Chefs um den Bus rum gibt als effektiv Fahrgaeste... nein, es ist viel mehr die effektive Beladung des Busses. Wenn wir in Europa das Gefuehl haben, jetzt ist aber wirklich voll und da geht gar nichts mehr rein, da beginnt des Asiaten Ehrgeiz zu greifen und es wird gestopft, angewiesen, rumkommandiert, bis jeder irgendwo eine Ecke gefunden hat. Und dann, aber erst dann, faehrt der Bus los und alle sind erleichtert... bis er ca. 200 Meter weiter vorne wieder anhaelt um weitere Passagiere aufzuladen... nun, wir sind froh, dass wir das Spekatkel von unseren reservierten Sitzen aus beobachten koennen und sind knappe 3 Stunden spaeter auch schon in Sisophon.

Sisophon ist ein Staedtchen, dass eigentlich so nichts zu bieten hat. ganz im Gegenteil, man steigt aus und die halbwilden und halbstarken Moto-Fahrer reissen dir das Gepaeck aus den Haenden und sie beginnen sich fast zu pruegeln, wer uns jetzt fahren darf. ob wir ueberhaupt wollen, das spielt hier eher eine untergeordnete Rolle. Janu, schlussendlich schnappen wir uns zwei Motos (mit Fahrer) und das ganze sieht sehr lustig aus. Ganz vorne ein kleiner, zierlicher Kambodschaner, dahinter der leider viel zu staemmige Andy - oder das im Vergleich zum Kambodschaner nicht minder zierliche aber groessere Taemi - und dahinter noch ein Rucksack, der locker nochmals die Groesse des Kambodschaners hat und wohl auch in etwa dessen Gewicht. Egal, so haben wir auf jedenfall kurzerhand eine Unterkunft gefunden, die uns sehr zufrieden stellte.

Das Ziel von unserem Aufenthalt in Sisophon war der Besuch der Tempelanlage Bantey Chhmar, errichtet im 12 Jahrhundert. Diese ist aber ca. 56 Kilometer weit weg von Sisophon, erreichbar nur ueber eine Staub-Schotter-Piste. Kuehn und abenteuerlustig haben wir uns 2 Motofahrer angeheuert, die uns fuer wenig Geld mit zwei Motos dort hinbringen sollten - und es schlussendlich auch taten. Nun, die ersten paar Bumps und Holpperer fanden wir beide lustig und Andy jauchzte unter seinem imaginaeren Helm. Schon nach den ersten Kilometern wurde uns aber bewusst, we are on a highway like hell!!! Das Jauchzen wich irgendwann einer gewissen Ausdruckslosigkeit, dies dicht gefolgt von leichter Verzweiflung, die dann in einem schmerzverzerrten Wimmergesicht endete. Ein Blick rueber zu Taemi verriet sofort, dass es allen Reiseteilnehmern gleich ging. Durchgeschuettelt wie ein weltklasse Milchshake kamen wir an der Tempelanlage rund 2 Stunden spaeter an. Das Ruetteln hatte sich gelohnt, denn es war eine traumhafte Anlage, relativ gut erhalten, teilweise wieder leicht bewaldet... wunderschoen. Ebenfalls wunderbar war - obwohl wir das zu diesem Zeitpunkt noch nicht wirklich zu schaetzen wussten - dass wir die einzigen Touristen auf der Anlage waren. Das war wirklich toll. Als wir uns dann aber gegenseitig mal ins Gesicht schauten, staunten wir nicht schlecht, was die Sonne Kambodschas mit unseren Gesichtern anstellen kann. Von kaesebleich bis dunkelbraun in knapp 2 Stunden... ah, nein, leider nicht, es war der braeunlich rote Sandstaub der Piste, der sich hartnaeckig nicht nur in unseren Gesichtern, sondern auch in unserer Kleidung und zwischen unseren Zaehnen reingeschlichen hat... und die Rueckfahrt lag immer noch vor uns. Na bravo, Franzerl! Jetzt wissen wir auch ansatzweise, wie sich eine schmucke Sandstrahlung anfuehlt..:-)

Nachfolgend die Impressionen von diesem Trip: