Samstag, 2. Januar 2010

Siem Reap, Angkor Wat und Tempel satt...

Liebe Leute
Da wir hier herrlich fein in einem klimatisierten Internet-Cafe sitzen, nutzen wir die Gelegenheit. euch noch ein paar Etappen unserer Reise zu schildern. Allen voran nun aber den Teil von Siem Reap und Angkor.
Entgegen unseren frueheren Erzaehlungen ist Siem Reap mit ca. 800'000 Einwohner die zweitgroesste Stadt von Kambodscha. Sie liegt noerdlich vom oberen Ende des Tonle Sap, dem meerartigen Riesensee mitten in Kambodscha. Die Stadt ist sehr touristisch, eher westlich angehaucht und vollgespickt mit Guesthouses, noblen und grossen Hotelkomplexen und man findet alles, was man braucht oder nicht braucht - Siem Reap hat es. Ebenfalls ist es der Ausgangsort fuer Besichtigungen des Gebiets von Angkor. Auf ca. 300 Quadratkilometern praesentieren sich hier die verschiedesten Tempelanlagen aus verschiedenen Epochen. Es ist - zumindest fuer uns - unmoeglich und auch gar nicht angestrebt, alle zu sehen. Fuer die Zeit in Siem Reap haben wir uns mit einem Tuk Tuk Fahrer auf eine Pauschale von 15 Dollar pro Tag geeinigt und haben somit unsere Fortbewegung sichergestellt. Da Angkor - und allen voran der Tempel Angkor Wat - die groesste Touristenattraktion von Kambodscha ist, wird hier auch tuechtig abgeschoepft. Das heisst, das 3-Tages-Ticket kostet hier 40 Dollar, das Wochenticket sogar 80 Dollar. Ob gerechtfertigt oder nicht, das lassen wir hier mal offen. Ebenfalls verzichten wir darauf, euch alle Tempel zu nennen, die wir besichtigt haben... es sind einfach zu viele. Die wichtigsten aber sind klar Angkor Wat, Angkor Thom mit Bayon und Ta Prohm. Alle Schoenheit dieser Tempelanlagen wurde leider ueberschattet durch ein Faux-Pas im wahrsten Sinne. Bereits bei der Besichtigung des ersten Tempels meinte Andy immer noch, er sei ein junger Hirsch und huepfte behend ueber einen Absatz ins Dunkle. Leider war der Boden so uneben, dass sich der Fuss verdrehte und das nicht unbetraechtliche Gewicht von unserem Protagonisten hinterher drueckte. Etwas verdutzt blieben beide sitzen und ueberprueften zuerst mal, ob was gebrochen war - zum Glueck nicht, wohl aber gezerrt und sofort geschwollen. Von da an humpelte unser Junghirsch und mutierte subito eher zum lahmen Bock. Das heldenhafte Taemeli aber kuemmerte sich liebevoll um den Patienten, was aber kurz darauf den Abruch der Tagestour nicht verhindern konnte. Den Nachmittag verbrachten wir im Bett damit, das Bein hoch zu lagern, mit Eis zu bepacken und moeglichst still zu halten. Gebaeutelt von den Geschehnissen des Tages goennten wir uns am Abend dafuer fuer jede Bewegung ein Tuk Tuk und gingen noch in die Stadt, einen Frust-Burger essen. Dies, weil Tamara gesehen hatte, dass in diesem Lokal am Abend Apsara Taenze aufgefuehrt wurden. Andy erinnerte dies eher an orientalische Kammermusik und trotz des musikalischen Hinterkopfs fand er dafuer gar kein Gehoer. Nachdem wir noch eine Apotheke aufsuchten, gings wieder ins Guesthouse, da wir fuer den kommenden Tag geruestet sein wollten. Langsam gings auch mit dem Fuss wieder besser und am folgenden Tag konnten wir die verpassten Tempel nachholen und geniessen. Zu saemtlichen Tempeln im naeheren Umkreis gilt zu sagen, dass dies enorm eindrueckliche Bauten sind, die alle zwischen dem spaeten 9. und 12. Jahrhundert erbaut wurden. Viele sind nur noch in Ruinen vorhanden, andere besser und weitere wurden restauriert. Schade daran ist eigentlich nur, dass dies ein Hauptmagnet fuer alle Reisenden ist. Das heisst, es bedarf ausgekluegelter Fotokuenste, ein Bild ohne Touristen darauf zu schiessen. Und dieser Tatsache geht irgendwann auf den Nerv. Aber dennoch moechten wir euch einige Bilder von diesen traumhaften Tempeln nicht vorenthalten.

Natuerlich besuchten wir auch an unserem dritten Tag wieder (!!!!!) Tempel um Tempel, diesmal aber unterbrochen mit einer Besichtigung des Floating Village am Tonle Sap. Dort haben sich "verstossene" Vietnamesen niedergelassen auf ihren Hausbooten und bilden eine Art Gemeinschaft. Das laeufte so ab: wir sind mit dem Tuk Tuk am Schiffshafen angekommen. Dort kommt ein gut gekleideter Mann zu uns und sagt, wir sollen aussteigen. Aha, okay, machen wir. Ab zum Ticket-Tisch: 15 Dollar Gebuehr fuer die 2stuendige Bootsfahrt - pro Person. Da haben wir zweimal geschluckt, denn das ist fuer ihre Verhaeltnisse wahnsinnig viel Geld. Okaz, 30 Dollar bezahlt und ab gehts auf einem Boot mit zwei Nasen drauf (Guide und Fahrer) wo beide keinen einzigen Englischen Satz konnten. Super. Dennoch haben wir rausgefunden, dass es sich beiden Leuten auf den Booten um Vietnamesen handelt, die in aermlichsten Verhaeltnissen leben. Das Recht zur Fischerei wurde ihnen genommen und somit muessen sie es heute illegal machen. Was haben sie von diesen Bootstouren? Einen Anteil dieser 15 Dollar pro Person? Nein, weit gefehlt, was sie davon haben sind 400 Touristen-Boote pro Tag, die vor dem Wohnzimmer durchflitzten, mit Toursiten die blitzen. Super. Die einzigen Worte in Englisch die unser Guide konnte waren: "should tip driver (and me)" ahhhh, also fuer 2 oder 3 Worte sollen wir auch noch den Fahrer und den Guide mit Trinkgeld segnen... haben die noch alle Tassen im Schrank. Leicht erzuernt, aufgewuehlt vom gesehnen und kopfschuettelnd waren wir richtig froh, als wir wieder vom Boot runter waren.... und weiter gings mit Tempeln. An diesem Tag haben wir auch noch die Roluos Tempelgruppe und danach war unser Bedarf an Tempeln endgueltig gedeckt - danke! Nun, eigentlich kommt hier nun nahtlos das naechste Abenteuer - Unsere Reise nach Sihanoukville... dazu aber mehr im naechsten Post.