Liebe Leser und Leserinnen
Ganz einleitend moechten wir uns bei all denen bedanken, die mit Interesse unsere Berichte verfolgen und dies ab und an auch in unserem Gaestebuch vermerken. Wir freuen uns immer unglaublich ueber diese Kommentare.
Heute richten wir uns mit unserem wohl letzten Newsletter an euch, denn langsam aber sicher neigt sich unsere Reise dem Ende zu... mehr dazu aber spaeter.
Nach unserem letzten Eintrag in Sihanoukville erholten wir uns von den Strapazen des Bericht-Schreibens, in dem wir uns am Sandstrand so richtig verwoehnen liessen. Das heisst, der Andy goennte ich eine Manicure und Pedicure. Und wer diese Haxen kennt weiss, dass dies keine leichte Aufgabe ist. So hat uns dann das schmaechtige asiatische Weibchen auch etwas leid getan, dass sie sich mit dieser Hornhaut auseinandersetzen durfte. Aber, sobald die ersten Hemmungen abgebaut waren, konnte man es richtig geniessen. Die Meeresbrise im Haar und von Minute zu Minute noch gepflegter aussehen... zudem ist es eine unglaublich praktische, wenn nicht sehr effiziente Art, Gewicht zu verlieren. Auch das bezaubernde Taemeli konnte sich dem Schoenheitswahn nicht enziehen und goennte sich ebenfalls eine Manicure - anstatt gefolgt von einer Pedicure liess sie sich aber dann die Beine enthaaren. Die Technik mit einem Faden sah wahnsinnig elegant aus - zumindest als Zuschauer. Wenn man aber das Gesicht der zu Behandelnden richtig deutet, so tut auch diese Methode etwas weh, oder erfuellt das Gemuet nicht nur mit Freude. Um diese Schmerzen etwas vergessen zu machen, gingen wir am selben Abend erneut mit Simone und Markus essen. Es war wiederum ein gelungener Abend mit einem feinen Menue.
Am Tag darauf verliessen wir relativ frueh Sihanoukville und irgendwie waren wir auch froh darueber. Denn, man darf sich vorstellen, dass dies das Ibiza oder Mallorca von Kambodscha ist. Es gibt Parties, tausende von Touristen, alles ist auf Touristen ausgerichtet, am Strand gibt es pro Tourist mindestens 2 Verkaeufer von irgendwas und das wird mit der Zeit einfach etwas muessig. So waren wir nicht ungluecklich, mit dem Minibus weiter nach Kampot zu fahren. Die Fahrt dauerte ca. 1.5 Stunden und war eigentlich recht angenehm. Man darf sich vorstellen, dass der Minibus - gedacht fuer 11 Passagiere - mit 17 Passagiere gefuellt wurde und zudem ist es ja landlaeufig bekannt, dass man bei offener Heckklappe und ein paar Gummizuegen viel mehr Gepaeck laden kann.... alles kein Problem und schon kamen wir auch in Kampot an. Dieses kleine 30'000 Seelen Staedtchen ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz und Ausgangsort fuer Touren in den Bokor Nationalpark. Ebenfalls ist die gesamte Region bekannt fuer die leckeren Krabben, die man ueberall fangfrisch und fast geschenkt erhaelt. Wunderbar, welch herrliche Aussichten. Nachdem wir uns die ersten Krabben genuesslich zu Gemuete gefuehrt hatten, entschlossen wir am Tag darauf eine anspruchsvolle Tour in den Bokor Nationalpark und zur verlassenen Stadt zu machen...
... leider aber ging es Taemi bedingt durch eine Erkaeltung immer etwas schlechter und noch am selben Abend haben wir uns entschieden, dass sie bei der Tour vom Folgetag nicht mitkommt. Vielmehr sollte sie im Bungalow bleiben und die Erkaeltung auskurieren, was sie auch tat.
So musste sich der Held des Tages also alleine dieser Aufgabe stellen, den Bokor Nationalpark zu erkunden. Das heisst, nicht ganz, denn die Reisegruppe bestand aus 11 Personen. Die Expedition startete um 7 Uhr und Andy verabschiedete sich von Taemi und setzte sich in den LandCruiser, der die gesamte Gruppe bis an den Fuss des Berges brachte. Dann hiess es noch: "Soviel Wasser einpacken, wie man fuer den Tag benoetigt, oder wie man tragen kann" und Andy - in einer leicht unterschaetzenden Haltung - belaechelte das Ganze behend und schnappte sich etwas Wasser. Wird schon reichen... ha! Pustekuchen! Dann begann der Aufstieg. Wir brauchten gute 3 Stunden, um uns durch einen schmalen, steinigen Pfad im dichten Wald zu kaempfen. Schon auf den ersten 100 der gesamten 800 Hoehenmeter wurde klar, unser Protagonist wurde soeben eines besseren belehrt. Super. Andy schwitzte was das Zeug hielt, denn das Problem waren nicht wirklich die Hoehenmeter, sondern das Ganze bei 30 Grad - und steigend. Nun, irgendwie klappte es dann doch und wir kamen irgendwo an, wo ein Lastwagen auf uns wartete. Ueber eine Holpperpiste gings dann nochmal eine Stunde dem Hochplateau entlang, bis wir dann endlich dort waren. Bokor ist eine Anlage, die wurde 1920 erbaut und diente in erster Linie den Franzosen als Ferien- und Rueckzugsort. Dort traf sich die High Society. Es gab ein grosses Casino und eine christliche Kirche und sonst noch ein paar Haeuser. Durch die Machtuebrenahme der Roten Khmer in den Jahren 1975 bis 1979 mussten alle Bewohner und betreiber fluechten, die Strassen wurden zerbombt, das Gebiet mit Minen versehen und somit wurde Bokor zur Geisterstadt. Wenn man heute in diesen Ueberresten steht, dann faellt es richtig schwer, sich den einstigen Glanz vorzustellen.
Nun, den selben Weg, wie die Reisegruppe gekommen war, gings auch wieder zurueck. Zuerst eine gute Stunde geholppert, danach ein Abstieg, der durchaus auch schweissintensiv war. Da aber schon lange keine Wasser-Reserven mehr da war hiess es: auf die Zaehne beissen. Dazu kam Andy noch in den Sinn, dass er gerade vor einiger Zeit einen brachialen Misstritt gemacht hat uns sich dabei den rechten Fuss verknaxt hat. Und genau in dem Moment, wo ihm das wieder in den Sinn kam, knickte der rechte Fuss ein... zum Glueck diesmal nicht ganz so schlimm, aber es war dennoch Vorsicht geboten...
... um kurz vor 6 Uhr war die Kambodscha-Reisegruppe (Taemi & Andy) wieder vereint. dem Taemeli gings etwas besser und Andy war nur noch fix und foxy. So freuten wir uns unglaublich auf die kommenden Tage auf Rabbit Island....